Sonntag, 1. September 2013

ICH bin ICH - Teil1

Auf gehts zu einer Serie, die die Entwicklung des Kindes zum Selbst, beinhaltet - ich habe mir vorgenommen, mehrerer Teile daraus zu machen, da die Posts sonst viel zu lange wären.......So und hier nun Teil 1 der Serie!


Ich war heute für die Geburtstagsfeier von Leon einkaufen. Als ich in das Geschäft rein kam, protestierte schon ein Kind - es schrie und zog alle Aufmerksamkeit auf sich - Die Mutter war etwas hektisch und meinte andauernd zu ihrem Kind: "Hör jetzt auf, du bekommst nichts. In jedem Geschäft, in dem wir waren, wolltest du was haben. Nein. Komm wir besorgen noch was für deine Spiderman- Torte. Hör auf... " usw. Die Mutter bat eine Verkäuferin um Rat - das Kind im Hintergrund noch immer brüllend und protestierend. Bevor die Verkäuferin der Mutter Beachtung schenkte, fragte sie das Kind, ob es nicht etwas Süße haben möchte...

..... die Mutter blieb nicht mehr beim NEIN. Das Verkaufsgespräch wurde dann auch beendet und bevor die Mutter zur Kassa ging, durfte sich das Kind etwas Süße aussuchen....

...hmm, jetzt hatte das Kind das erreicht, was es wollte... es bekam eine Nascherei und die Mutter blieb nicht beim ihrem NEIN!

Es geht auch so:
"Die Mutter ist mit ihrem zweijährigen Sohn beim Einkaufen. Als sie sich an der Kasse anstellt, will Robert aus dem Sitzchen des Einkaufswagens steigen. Die Mutter hebt ihn aus dem Wagen. Kaum auf dem Boden, greift Robert ins Regal und packt einen Sack Süßigkeiten. Die Mutter nimmt ihm die Schleckerei aus den Händen, legt sie ins Regal zurück, und dann passiert es: Robert wirft sich auf den Boden und schreit wie am Spieß. Er läuft rot an, strampelt mit den Beinchen und schlägt mit dem Kopf auf den Boden. Die Mutter ist völlig überrascht und wie erstarrt. So was hat Robert noch nie gemacht! Eine Frau in der Reihe schaut die Mutter missbilligend an, als ob sie sagen wollte:" Warum gönnen Sie ihm die Süßigkeit nicht?" Eine andere Frau murmelt etwas von fehlender Erziehung, und eine dritte meint schließlich:" Das hat meine Rosa auch gemacht. Warten sie einfach ab. Er beruhigt sich schon wieder!"
Im zweiten Lebensjahr beginnt das Kind, sich als eigenständige Person zu begreifen. Es tritt damit in die vielleicht wichtigste Periode der ICH- Entwicklung ein. Dieser Lebensabschnitt ist für das Kind oftmals schwierig zu meistern und kann die Eltern in unangenehme Situationen bringen. 
Das Kind spürt seinen Willen, möchte ihn durchsetzen und muss erleben, das ihm dies nicht immer gelingen kann. Die Folgen können, wenn es schlimm kommt ein Weinanfall oder ein Tobsuchtsanfall sein.

Ich bin Ich
So bin ich, denn ICH bin ICH!

Kinder im ersten Lebensjahr zeigen bereits großes Interesse am eigenen Spiegelbild - es ist ein Spielpartner.  Gegen Ende des ersten Jahres verändert sich das Verhalten und die Kinder interagieren mit ihrem Spiegelbild - sie bieten im Spielsachen an und versuchen danach zu greifen (sie wollen den "Partner" aus dem Spiegel herausholen)
Im zweiten Lebensjahr betrachten sie sich und ihre Bewegungen im Spiegel sehr aufmerksam. Manche Kinder reagieren verhalten in dieser Situation und andere betrachten das Spiegelbild sehr genau - Erst zwischen dem 18 und 24 Lebensmonat setzt die Selbstwahrnehmung ein.
Im sogenannte Rouge- Test wird das Kind vor einen Spiegel gesetzt, und seine Reaktionen auf das Spiegelbild werden beobachtet. Anschließend wird mit ihm gespielt und dabei, ohne dass es das Kind bemerkt, ein roter Farbtupfer auf die Wange oder die Stirn gemacht. Dann wird es nochmals vor den Spiegel gesetzt. 
Die Eigenwahrnehmung des Spiegelbildes ist nur ein Aspekt in der Ich – Entwicklung – das innere Bild der eigenen Person entwickelt sich in vielen kleinen Schritten.Mit dieser Selbstwahrnehmung beginnt das Kind auch andere Menschen als eine eigene Person zu sehen und deren Gefühle nachzuahmen – weint, zum Beispiel ein Geschwisterkind, so lässt sich das Kind ebenfalls von dem Gefühl anstecken und weint mit. 

Die Stadien der ICH- Entwicklung im zweiten und dritten Lebensjahr
-          Lernt seinen eigenen Körper kennen (0 – 36 Monate)
-          Erfährt, dass es etwas bewirkt (3 – 36 Monate)
-          Trotzt (12 – 36 Monate)
-          Erkennt sich im Spiegel (18 – 36 Monate)
-          Verteidigt Besitz (20 – 36 Monate)
-          Benützt seinen Namen (20 – 36 Monate)
-          Spricht in Ich- Form (26 – 36 Monate)

(aus dem Buch: Babyjahre von Remo H. Largo - Piper Verlag - S. 77 - 81)



CARMEN



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