Sonntag, 8. September 2013

Ich bin Ich - Teil2

ICH WILL
 


... das kommt dabei heraus, wenn unsre Prinzessin Mia ihren Willen durchsetzt und ich (in der Rolle der Mama) gerade mit drei anderen Kindern beschäftigt bin...als ich Mia die Grenze (=ein lautes Nein und die Cremedose wurde ihr weggenommen) aufzeigte, fiel sie in einen super tollen Weinanfall, der mich sehr genervt und gestresst hatte (wir waren kurz vorm Verlassen des Hauses, um eine liebe Freundin zu besuchen) .... meine Anspannung übertrug sich dann auf die Twinnies und schon hatte ich ein tolles Konzert ....


Am Ende des zweiten Lebensjahres beginnt das Kind seinen eigenen Willen zu entwickeln. Es will selber bestimmen und handeln. Immer wieder stößt das Handeln des Kindes auf Grenzen, die das Kind anfangs nicht akzeptieren möchte. Je nach Temperament des Kindes wird dieses Nicht-Akzeptieren durch unterschiedliche Verhaltensweisen zum Ausdruck gebracht - das Kind ist verstimmt, es schreit, strampelt oder aber schlägt um sich.
Es beginnt auch durch sein Handeln und Ausprobieren Zusammenhänge in seiner Umwelt zu verstehen. Durch dieses „Tun“ in seiner Umgebung beginnt es auch zu verstehen, dass nicht nur Personen, ihm Grenzen aufzeigen, sondern auch Gegenstände – die einfach nicht so wollen bzw. funktionieren, wie das Kind es gern hätte. Die Reaktion gegenüber den Gegenstände, kann oft genau so heftig ausfallen, wie bei Personen (den Eltern vor allem)
Trotzreaktionen sind für Eltern oft sehr überraschend, gleichzeitig auch beeindruckend, weil sie auch häufig eine – für sie – bedrohliche Form annehmen können.
Die kindliche Frustration kann von einer sehr leichten Trotzreaktion bis hin zu Affekt- oder Weinkrämpfen führen. Dabei schreien die Kinder, können blau anlaufen, machen merkwürdige Zuckungen mit Armen und Beinen, werden schließlich für einige Minuten schlaff und atmen nur oberflächlich. Für die Eltern kann so eine Art des Trotzes sehr erschreckend sein. Sie sollten sich aber trotzdem immer im klaren sein, dass dieser „Anfall“ höchstens einige Minuten dauert und es denn Kinder eigentlich gut geht – häufig wird so eine Reaktion mit einem Epileptischen Anfall verwechselt – ABER einem Trotzanfall geht immer eine Frustration voraus!
Trotzreaktionen gehören zur normalen kindlichen Entwicklung – und dauern oft bis in Kindergartenalter an.
Mit dem Ich- Gefühl beginnen die Kinder auch eine Vorstellung zu bekommen, was „MEIN“ bedeutet. Kleinkinder verteidigen ihren Besitz vehement – nehmen den anderen Kindern Spielzeug weg.
Das Ausmaß der Trotzreaktionen ist vom Alter des Kindes und seinem Temperament abhängig! 

(aus dem Buch: Babyjahre von Remo H. Largo; S. 81 - 84)

CARMEN

 

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